VESPA ELEKTRIK

Die aufwändigste Fehlersuche hat man häufig im Bereich der Elektrik: Zündaussetzer, kein Funke bei eingeschraubter Zündkerze, Leistungsverlust durch verstellten Züdunterbrecher, durchbrennende Birnen, ausgehen der Vespa bei getretenem Bremspedal. Die Symptome sind so vielfältig wie die Ursachen.

DER KABELBAUM

Einen Kabelbaum sollte man bei einer Restauration mindestens genau kontrollieren, wir selbst legen immer neue Kabelbäume, welche wir uns selbst bauen. Einen Kabelbruch kann man nicht sehen und ein Zufall namens Murphy will es, dass bei der Kontrolle alles in Ordnung ist und nach Einbau des Kabelbaums das Kabel aber so geknickt liegt, dass kein Strom mehr fliesst. In der Galerie seht ihr beispielsweise eine dieser vermeintlichen „Komplettrestaurationen“ – man sieht den neuen Lack auf dem Kabelbaum und brüchig ist er so, dass das Kabel immer Kontakt mit dem Rahmen bekam und der Motor nicht wirklich laufen konnte.

 

DIE ZÜNDUNG

Im Prinzip gibt es bei Vespa drei verschiedene Arten von Zündsystemen: Die Unterbrecherzündung – die Urzündung alles Vespas, die Elektronische Zündungseinheit (CDI) welche es seit der Rally 200 mit Femsatronic zum ersten Mal gab und zu guter Letzt noch die variablen CDI-Zündungen, welche beim Tuning zu empfehlen sind, um auch die letzten Reserven aus den Zylindern heraus zu kitzeln.

Bei der Unterbrecherzündung sitzt auf der Zündgrundplatte ein kleiner Unterbrecherkontakt, welcher durch die Kurbelwelle einmal pro Umdrehung in Bewegung gebracht wird und sich öffnet. Hierbei wird die durch die Lichtmaschine erzeugte Niederstromspannung in Hochspannungsstrom von 10.000 Volt und mehr gewandelt, die Zündkerze erzeugt einen Funken. Durch die ständige Berührung unterliegt der Unterbrecherkontakt einem natürlichen Verschleiss, was dazu führt das dieser ab und an neu eingestellt, bzw. komplett erneuert werden muss. Um sich doppelte Arbeit zu ersparen empfiehlt es sich, bei Austausch des Kontakts auch gleichzeitig den parallel geschalteten Kondensator mit zu tauschen. Diese Art der Zündanlage findet man in allen Vespa vor PK und PX. Ausnahmen sind die Vespa 125 Primavera ET3, die Vespa Rally 200 Femsatronic und die allerersten PX Modelle.

Bei der CDI-Zündung übernimmt diesen, dem Verschleiß unterliegenden, Part eine reine elektronische Einheit, welche wesentlich langlebiger und Zuverlässiger arbeitet. Das Optimum sind dann die elektronischen Zündanlagen, bei denen der Zündzeitpunkt je nach Drehzahl des Motors variiert wird. Hier erreicht man dadurch die beste Einstellung zwischen Leistung und Hitzeentwicklung im Zylinder. Für Vespas gibt es solche variable Zündanlagen von den Herstellern Vespatronic und Parmakit.