Vespa 125 VNA original restauriert. Die Geschichte dieser Vespa wurde in unserem Blog erläutert, soll der Vollständigkeit halber hier aber nochmal wiederholt werden:

Die Geschichte diese Fahrzeugs ist eine der heutzutage sehr selten gewordenen: Im Jahr 1963 kauften die Inhaber des immer noch existierenden Frankfurter-Traditions-Familienunternehmens Samen-Andreas von 1868 (ja, sowas gibt es noch!), eine gebrauchte Vespa 125 als Firmenfahrzeug hinzu. Ob damit Saatgut geliefert oder schlicht die Sonntagsbrötchen geholt wurden, ist nicht überliefert. Doch schon im Jahr 1964 wurde die Vespa wieder stillgelegt, der KFZ-Schein eingezogen und das Kennzeichen vernichtet (sic). Die Vespa wurde scheinbar nicht gebraucht.

2 Jahre später wurde das Fahrzeug vollständig abgemeldet, da eine Wiederinbetriebnahme nicht beabsichtigt war. Seit dem stand die Vespa im wahrsten Sinne des Wortes still und der Zahn der Zeit nagte an Bodenblech, Fahrwerk und Motor. Zu unser aller Glück wurde eine Verschrottung des guten Stücks nicht in die Wege geleitet und Sohn und Enkel befassten sich nach all den Jahren mit der Idee der Restaurierung.

Wir kennen uns zwar nicht mit Batavia-Salat, langem schwarzen Winterrettich oder der Salatgurke Sonja aus, aber eine Vespa restaurieren, das ist unser Ding. Und so fiel uns die Ehre zu, aus den vielen uns gebrachten Einzelteilen ein wieder lauffähiges Vehikel zu bauen. Und die VNA ist eine kleine Revolution in der Vespahistorie, hat sie doch zum ersten Mal ein Hinterteil aus nur zwei Teilen. Spricht man vom heute vom Largeframe, meint man eine Vespa dieser Bauart, wie sie seit der VNA gebaut wird.

Diese VNA hier war eine deutsche, weswegen sie ihre Rahmennummer auf einem kleinen Schild auf dem Bodenblech rechts trägt und die Nummer außerhalb der italienischen Produktionsreihe liegt (01001 – 068031 laut Vespa Technica Band 2). Der Aufbau der Vespa verlief auch weitgehend ohne besondere Vorkommnisse (hust, hust, Hauptständer SIP, hust), nur das Schwimmerkammersystem des UA16S1 Vergasers von Dell’Orto hat so seine Macken gezeigt.

Auch wenn sie in Zukunft wohl wieder viel stehen wird, freuen wir uns doch sehr, solch einen Traditionsbesitz eines Traditionsunternehmens wieder belebt zu haben und wünschen der Vespa, als auch der Familie Andreas und Ihrem bald 150 Jahre alten Samenhandel alles Gute!